Samstag, 14. September 2019

Woche 3 - corso italiano - Spülküche - Unkraut jäten

 






















Nach meiner zweiten Woche hier in Rom habe ich mich sehr gut eingelebt und auch an das warme Wetter gewöhnt.

Die Woche begann mit einem Pizzaabend mit allen sieben Volontären. Drei davon kommen aus den USA. Von ihnen nehmen zwei an der amerikanischen Version der Klosterzeit teil, die von der St. John’s Abbey in Minnesota organisiert wird. (Auch dort kann man eine Klosterzeit verbringen ;)) Ein weiterer Volontär kommt aus Brasilien und die anderen beiden aus Deutschland. Auch unter den Volontären ist Sant’Anselmo also ein internationaler Ort.
Meine Dienste hier wurden um eine Aufgabe erweitert. So befreiten wir am Dienstag und Mittwoch den Parkplatz von Unkraut. Ansonsten war ich diese Woche wieder in der Spülküche und zum Kirche putzen eingeteilt. Den Anfang meiner Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär meistere ich daher schon. Aber ist von euch schon jemand mit einem Wischmob durch ein Chorgestühl? Am Donnerstagabend bot die Sprachschule eine Food-Tasting-Tour an. So probierten wir Pizza, Supli (frittierte, mit Reis, Tomatensauce, Käse und Basilikum gefüllte Bällchen) und natürlich Gelato -schwarze Johannisbeere und Mandel. Am Ende der zweiten Kurswoche schrieb ich einen Grammatiktest, um den nächsten Kurs absolvieren zu können. So hoffe ich, dass ich am Montag mit dem Niveau B1 beginnen kann. Gestern Abend saßen wir gemütlich auf der hauseigenen Dachterrasse und genossen einen herrlichen Blick über ganz Rom. Jeden Sonntag gibt es an der Porta Portese einen großen Flohmarkt. Diesen werde ich morgen erkunden und ggf. die ein oder andere Verhandlungstaktik lernen.

Samstag, 7. September 2019

Woche 2 - Benvenuto a Roma



Nach sechsstündiger Fahrt kam ich am Sonntagmittag in Roma Termini an, wo mich Padre Doroteo, der Verantwortliche für die Volontäre in Sant’Anselmo, erwartete. Zur Begrüßung bescherte mir Rom ein starkes Sommergewitter. So lernte ich jedoch gleich ein neues Wort: ‚bagnato‘ – gebadet.

Anders als im Kloster Einsiedeln beginnen die Tage hier im Sommer um sieben Uhr mit Laudes und Messe. Um 12.45 Uhr folgt die Mittagshore und das Mittagsessen. Die Vesper um 19.15 Uhr ist das letzte Gebet in Gemeinschaft. Dieser Ablauf wird sich jedoch noch ändern (Ich werde berichten).

Mit meinem Italienischkurs, den ich die letzten zwei Semester im Ambrosianum in Tübingen absolviert habe, kann ich mich ganz gut im Alltag verständigen. Da die Sprache im Haus jedoch nur Italienisch sein soll, bietet mir das Kloster die Möglichkeit einen weiteren Italienischkurs zu besuchen. Das Italienischlernen zählt deshalb momentan zu meinen zentralen Aufgaben. 

Neben Vokabeln lernen und Verben konjugieren bin ich diese Woche auch in der Spülküche angestellt. Eine Aufgabe, die wegen der aktuell noch kleinen Zahl an Hausbewohner sehr schnell läuft. Da die Vorlesungen noch nicht begonnen haben, ist es in Sant’Anselmo noch sehr ruhig. Ab Oktober werden hier um die hundert ‚Residenti‘ und 600 Studierende an den beiden Fakultäten und dem liturgischen Institut lernen und lehren. 

Auch kulinarisch ist meine Klosterzeit bisher ein voller Erfolg. Antonio der Küchenchef und sein Team zaubern immer ein ausgezeichnetes Buffet und neben den drei Mahlzeiten pro Tag im Kloster genieße ich so manchen echten ‚caffè‘.

Einen Tag pro Woche haben die Volontäre ganz frei. So werde ich morgen den Petersdom und den Campo Santo Teutonico besichtigen, das ‚dolce vita‘ genießen und vielleicht auch ein paar Vokabelkärtchen schreiben. 

 

Samstag, 31. August 2019

Woche 1 - Einführung in Einsiedeln

Diesen Montag begann meine Klosterzeit in Einsiedeln. Zu dritt erhielten wir hier eine Einführung ins klösterliche Leben und den benediktinischen Alltag.
Wie läuft ein Tag im Kloster ab? Wie ist ein Benediktinerkloster organisiert? Wann und wo entstand das christliche Mönchstum? Was sind Neumen und wie werden die Noten des gregorianischen Chorals gelesen?
Neben diesen "theoretischen" Inhalten waren die Nachmittage mit praktischen Tätigkeiten gefüllt. Der Fratergarten (der Garten für die Brüder und Novizen) sollte schon lange auf Vordermann gebracht werden. Das hieß nicht nur Unkraut jäten, mit dem Balkenmäher Rasen mähen oder eine alte Bank entsorgen, sondern auch ein Fundament für eine Reihe Pflastersteine ausheben, Richtschnur spannen und die Steine in den angerührten Beton setzen.
In einer guten Work-Live-Pray-Balance verbrachte ich die erste Woche meiner Klosterzeit in Einsiedeln. Morgen früh geht es los in Richtung Sant'Anselmo, Rom.